Erika Pullwitt

Erika Pullwitt, Jahrgang 1942
 
Während einer Lesung aus ihrem Roman »Im Lande Gänseklein« im Mai 2013, SG-Aphasie, Stadt­allen­dorf

Aphasie?
Eine kurze Erklärung

Aphasie ist eine erworbene, d.h. plötzlich eingetretene Sprach­störung, die häufig durch einen Schlag­anfall oder durch ein Schädel-­Hirntrauma verursacht wird. Hirn-Areale, die für die Sprache zuständig sind, werden nicht mehr durch­blutet.
Der Begriff Aphasie kommt aus dem Griechischen und bedeutet »Verlust der Sprache«. Es ist meist kein voll­ständiger Verlust, jedoch sind die vier Sprach­bereiche: Verstehen (Verar­beitung von gehörter Sprache), Sprechen, Lesen und Schrei­ben in ihren Funk­tionen gestört. Das Ausmaß einer Aphasie variiert von Fall zu Fall, manchmal ist nur ein Bereich betroffen, manchmal alle vier Bereiche. Zusätzlich können Begleit­symptome auftreten, wie z.B. Konzen­trations­störungen, Sprech- und Handlung­sapraxien. Ebenso sind emotionale Beein­trächti­gungen und Depres­sionen möglich. Halbseiten­lähmungen sind zusätzlich häufig vorhanden.
Aphasie ist ein gravierender Eingriff in die Psyche/Identität des betroffenen Menschen und beein­trächtigt seine Lebens- und Beziehungs­strukturen. Das be­deu­tet gleich­zeitig, dass Partner und nahe Angehörige von der Aphasie mitbetroffen sind.
Intensive logopädische Therapien wie auch Ergo- und Physio­therapien sind immer dringend notwendig, um Defizite möglichst zu beheben oder wenigstens zu mindern. Darüber hinaus wäre eine lang­fristige psycho­soziale Begleitung und Beratung bei Bedarf mehr als sinnvoll. Leider sind derartige professio­nelle Hilfs­angebote rar.
Von Aphasie betroffene Men­schen denken in der Regel logisch. Sie benötigen zumeist mehr Zeit als vor dem Schlag­anfall und können ihre Gedan­ken nicht mehr so schnell und deut­lich durch Worte zum Aus­druck bringen. Das ist ein großes Handikap im sozial-kommuni­kativen Bereich.

Aphasie - Wenn Sprache zerbricht – Die Betroffenheit der Mitbetroffenen

2012 erschien in Zusammenarbeit mit Andreas Winnecken
»Aphasie - Wenn Sprache zerbricht – Die Betroffenheit der Mitbetroffenen«
im Schulz-Kirchner-Verlag, Idstein.
 
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Im Lande Gänseklein

Der Roman »Im Lande Gänseklein« ermöglicht einen Einblick in die speziellen Konflikte und Besonder­heiten der Aphasie-Lebens­situation eines Paares. Erzählt wird aus der Sicht der mitbetrof­fenen Ehefrau, die sich in einen anderen Mann verliebt.

Verlag: edition-ebersbach, Berlin, 2009